Wappen Gemeinde Gauting

Adieu Ouaga!

Abbildung: die afrikanischen Gastschülerinnen aus Burkina Faso bei ihrer Ankunft am Flughafen in Ouagadougou
Abbildung: der afrikanische Abend im Geimeindesaal der evangelischen Kirche Stockdorf am 28. September

Nun sind sie wieder zu Hause in Burkina Faso – Yesmine, Fanta, Alima, Laetitia, Leatitia, Samira, Deborah, Nafisa und ihr Deutschlehrer Yira Tiéribadin – begeistert am Flughafen empfangen von ihren Familien, die nun auf tausend Geschichten und ein paar Souvenirs warten. Ihr Engagement, den Töchtern die Reise nach Europa zu ermöglichen, war riesig und viele wollen nun die Erlebnisse mit-verdauen und mit den vielen Photos auch einen realistischen – über Fernsehbilder hinaus - Einblick in das Leben in Europa bekommen.
Zeit, kritisch zu reflektieren, was wir ihnen mitgegeben haben.

Die Mädchen haben unseren Schulalltag kräftig aufgemischt in Unterrichtsstunden, in der Pausenhalle, beim Essen, beim Feiern und beim Tanzen. Sie sprühten  insbesondere bei Musik vor Energie und mitreißender Lebenslust bis hin zur körperlichen und geistigen Erschöpfung. Eine mit uns nicht vergleichbare Spannbreite von Emotionen und Dynamik.

Die Mädchen kommen aus einer eher arrivierten Mittelschicht ihres Landes, haben im Juli erfolgreich ihr Abitur abgeschlossen haben – u.a. mit Deutsch als Fremdsprache - und werden nun nach ihrem Europaabenteuer an die Universität gehen, um internationale Kommunikation, Jura oder Sprachen zu studieren.

Wir haben sie getroffen ihre phantastischen Frisuren bewundert, ihr "exotisches" Auftreten, ihre Farbigkeit und Lebendigkeit -  aber sind wir uns begegnet – auf Augenhöhe? Nahe gekommen ist man sich in den Gastfamilien – mit etwas Zeit und menschlicher Nähe im Privaten. Da wurde es z.T. dann richtig spannend.

Es war sehr zunächst sehr kompliziert, diese Gastfamilien und gleichaltrige Partnerinnen in und um Gauting zu finden, die sich auf das Abenteuer einmal ganz anderer Gäste einlassen wollten.

Was blieb bei den eher am Rande Beteiligte hängen? Sie vermissten mehr tiefgehende Gespräche, Erklärungen über das "Anderssein". Ihnen "fehle die Bewunderung der Afrikanerinnen für die Schönheiten und Errungenschaften Deutschlands – also die direkte Dankbarkeit für eine Einladung – besser wäre es gewesen, Ärmere einzuladen" (Zitat). Eine Afrikanerin mit I-Phone, Facebookpraxis und Clubbesuchen – das hat manche echt überrascht und irgendwie verunsichert.

Aber das ist unsere globale Welt: Interkulturelle Lernprozesse und menschliche Annäherung sind keine Einbahnstrasse (mehr) und erfordern von allen Beteiligten viel Sensibilität, intensive Suche nach Gemeinsamem und Trennendem und das Einbringen der eigenen offenen Menschlichkeit und Freundschaft als Angebot.

Neugier und Missverständnisse sind ein Paar: "warum macht ihr denn dies so und nicht anders" – und ganz banal: "warum stochert in unseren bayerischen Spezialitäten, die wir mit bester Absicht auf den Tisch bringen, nur herum?").

Ganz viele offene Fragenbleiben: "was bedeutet denn eigentlich eine Familie hier?" fragten sich zum Beispiel immer wieder die Afrikanerinnen. Ihnen kamen manche eher wie eine lose Zweckgemeinschaften vor – nicht vergleichbar mit dem dominierenden emotionalen Hort durch die größeren generationenübergreifenden Familienstrukturen zu Hause – und wieder ganz schlicht:" warum geht ihr so entsetzlich viel zu Fuß, während wir überall hin mit dem Moped fahren?".

Die Afrikanerinnen haben mehr beobachtet, als sie vielleicht im direkten Dialog und ad hoc herausgelassen haben – aus Respekt – oder weil sie das Gesehene noch nicht verarbeitet haben und ihnen wie uns Kategorien zur Beurteilung von Beziehungen fehlen.

Sie waren natürlich überwältigt vom Glanz Münchner Einkaufszonen, vom Ausnahmezustand des Oktoberfests in unserer Stadt. Sie wissen auch, dass sie was (Materielles) mit nach Hause bringen müssen - das wird erwartet von ihrer Umgebung - und auch sie wollen damit Europa irgendwie festhalten – wer weiß, ob man je noch einmal hinkommt.

Es war insgesamt ein tolles Experiment, das sich so nicht wiederholen wird.
Wer daran teil hatte und den Blick über den Tellerrand wagte, hat viel gewonnen!

Autorin: Heidi Meinzolt, Lehrerin

Oktober 2012: Besuch aus Burkina Faso am Otto-von-Taube-Gymnasium

 

Nachdem bereits im Juli eine Absolventin des Partnergymnasiums des OvTG aus Burkina Faso in Gauting war, kommt nun in der Zeit vom 20.9. - 4. Oktober 2012 der Deutschlehrer Yira Tiéribadin mit acht Mädchen zu Besuch, die in diesem Jahr in Ouagadougou ihr Abitur abgeschlossen haben.

Gastgeber sind insbesondere zwei P-Seminare am OvTG, die sich jeweils mit dem westafrikanischen Land und dem Thema Ernährung – von Konsumgewohnheiten, lokalen Traditionen, über Hunger und Überfluss bis zum Thema Fairer Handel – beschäftigen.

Die jungen Afrikanerinnen werden einen staunenden Blick auf das Leben in Europa werfen und im Gegenzug viel Spannendes von ihrer Heimat vermitteln – im besten Sinne des globalen Lernens miteinander und durch Begegnung mit Freunden.

Es wird auch eine öffentliche Veranstaltung in Gauting geben, zu der die Bevölkerung herzlich eingeladen ist (näheres aus der Tagespresse) sowie einen Tanzworkshop im Rahmen eines interkulturellen Projektes am OvTG.

Noch sind Gastfamilien und eventuell UnterstützerInnen gesucht, die den Kontakt für ein oder zwei Wochen persönlich intensivieren wollen.

Näheres dazu über Heidi Meinzolt (Tel.: 089/ 89 97 96 90 - heidi(@)meinzolt.de), der Projektleiterin am OvTG.


Das Burkina Faso-Projekt des Otto-von-Taube-Gymnasiums

Abbildung: Foto aus der Schule in Ouagadougou

DAS PROJEKT

Seit 1992 unterhält Otto-von-Taube Gymnasium Gauting zusammen mit folgenden Einrichtungen Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika:

  • Forum Eine Welt in Gauting
  • Afrikakreis der evangelischen Kirche Stockdorf

In Kooperation mit diesen Einrichtungen wurde durch diverse Spendenaktionen, Basare, Ausstellungen und andere Veranstaltungen erreicht:

  • Aufbau der privaten Grundschule „Wend-Zoodo“ in Ouagadougou
  • Unterstützung einer Schulspeisung
  • Im Jahr 2001 fuhr eine kleine Schülergruppe für 3 Wochen nach Burkina Faso, wohnte und lebte bei dem Partnerlehrer und seiner Familie. Sie beteiligte sich:
    • am Unterricht
    • am Neubau eines Klassenzimmers
    • an einem Filmseminar der Interfilm-Akademie.

Die Eindrücke wurden dokumentiert (Filme, Bilder, Ausstellungen). Die authentischen Erfahrungen waren nicht nur für die Teilnehmer prägend, sondern belebten „Globales Lernen“ nachhaltig am OvTG.

Seit 2005 werden die Kontakte zu dem katholischen Mädchengymnasium „Collège du Kologh Naaba“ belebt mit Briefpartnerschaften, e-mail-
Kontakten, Austausch von Informationen und didaktischem Material für den
Deutschunterricht. Ein Höhepunkt war der Besuch des Deutschlehrers Tieribadin Yira für einen Monat am OvTG. Dieser Lehrer nahm aktiv am Unterricht in vielen Fächern und bei Exkursionen und Aktivitäten mit Schülern teil. Er brachte dabei sein Land den deutschen SchülerInnen näher und nahm viele Anregungen mit nach Hause.

DIE REISEN

Die Burkina Faso-Reisen von Schülerinnen und Schülern des Otto-von-Taube-Gymnasiums leben vom Engagement ihrer Teilnehmer (10 Mädchen und 2 Jungen der Klassen 10 bis 13), ihrer Neugier und Offenheit.

Sie übernehmen alle große Verantwortung und Verpflichtungen neben ihrer Arbeit in der Schule, weil sie die Möglichkeiten, die in dieser Begegnung liegen für sich erkannt haben und diese als Bereicherung für ihr Leben sehen.

Die Schüler sind inspiriert davon, in einer Welt der ungleich verteilten Chancen nicht nur zu helfen, sondern den „Anderen“ in dieser globalisierten Welt auf Augenhöhe zu begegnen – das bedeutet auch, sich aktiv einzubringen. Dafür bereiten sie die Reisen und die Aktionen sorgfältig vor. Die Eltern unterstützen dies.
Zu den Vorbereitungen gehören die Gesundheitsprophylaxe ebenso wie die Auseinandersetzung mit geographischen, politischen und sozialen Gegebenheiten in Westafrika und die Planung und Vorbereitung von Aktionen (Schaukelbau, Theaterprojekt, Filmseminar, Schulbesuche) und die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt.

DIE PARTNERSCHAFT

Dieses Engagement, der gute und persönliche Kontakt zu den afrikanischen
Partnerschulen, die überzeugenden Erfahrungen von einem früheren Besuch im Jahr 2001 mit einer Schülergruppe des Gymnasiums, haben mich bewogen, auch in den folgenden Jahren wieder die Verantwortung für diese Begegnungsreise zu übernehmen.

Mit Ihrer Unterstützung können wir das Projekt realisieren. So werden wir gemeinsam dazu beitragen, dass die Eine Welt wieder ein Stückchen näher zusammenrückt.

Heidi Meinzolt-Depner, Oberstudienrätin

Spenden können auf das Konto des OvTG:
Kontonr. 620007898, BLZ 70250150 bei der Kreissparkasse München-
Starnberg eingezahlt werden, Stichwort: Burkina Faso
Spendenquittungen sind möglich

weitere Informationen: www.ovtg.de/3_arbeit/projekte/burkinafaso

Die Projektziele

Unsere Erlebnisse und die damit verbundenen Emotionen und Reflexionen kommen der Schule, der Gemeinde und Jugendgruppen zu Gute.

Die Reisedokumentationen (Filme, Ausstellungen, Projekttage, Website) sind nutzbar für unsere Schule ebenso für Nachbarschulen und die außerschulische Bildungsarbeit.

Das Interesse an der Afrikaarbeit und der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit insgesamt wird langfristig gesichert und von einer Schülergeneration an die andere weitergegeben.

Wir werden auf dem Schulgelände der Grundschule eine Ringschaukel für sechs
Kinder bauen. Hier bringt sich jeder von uns ein; dies macht den Kontakt persönlich und lebendig und lässt etwas Bleibendes, Freudvolles als Andenken an die Partnerschaft zurück.

Die Diskussionen im Rahmen des während unseres Aufenthalts stattfindenden
Filmseminars in Ouagadougou werden dokumentiert und im Unterricht am
OvTG (u.a. im Religionsunterricht, Ethik, Erdkunde) verwendet. In den Diskussionen werden wir uns mit Themen wie dem interkultureller Dialog, Ethik,
Traditionen und Lebensvorstellungen auseinandersetzten.

Der Aufenthalt in französischsprachiger Umgebung und im Umfeld diverser
afrikanischer Sprachen sensibilisiert für die Bedeutung von Mehrsprachigkeit
im gegebenen kulturellen Kontext. Dies birgt viele kommunikative Erfahrungen,
die auch der Schule im Nachhinein zu Gute kommen.

Latentem Rassismus und Fremdenangst wird durch verfeinerte Wahrnehmung
nachhaltig die Grundlage entzogen. Damit wird die gegenseitige Achtung der
Völker untereinander und das Verständnis für andere Kulturen gefestigt.

Gemeinde Gauting 
Bahnhofstr. 7
82131 Gauting
Tel. 089 89337-0
Fax 089 8504861
info(at)gauting.de

Bürgerbüro Stockdorf
Mitterweg 34
82131 Stockdorf
Tel. 089 89337-150
Fax 089 89337-750
buergerbuero-stockdorf(at)gauting.de

zu den Öffnungszeiten 

Gautinger Bürgerbroschüre (Stand 05/2018)
Ferienprogramm 2018
zum Gautinger Sommerbad

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