Wappen Gemeinde Gauting

Rad- und Wanderkarte in und um Gauting

Übersicht Rundweg und die sehenswerten Stationen

Zu den details der Nummern:

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Beschreibung der einzelnen Stationen

 

 

Nr. 1 - Ortsteil Königswiesen

Abbildung: Foto der Ulrichskapelle in Königswiesen
Kath. Filialkirche St. Ulrich, Westseite, Urheber: Oliver Raupach, Lizenz: CreativeCommons by-sa-2.0-de

Königswiesen ist ein relativ junger Ortsteil. Erst 1912 wurde das erste Haus am sog. Hauser Berg errichtet, bis in die 30er Jahre kamen ca. 20 weitere Häuser dazu, erst nach dem 2. Weltkrieg wurden weitere gebaut bis zur heutigen Größe.

Statt des heutigen Königswiesen gab es jedoch schon im frühen Mittelalter eine Vorgängersiedlung, die nach und nach an Bedeutung verlor und 1867 nach dem Abriß des letzten Gehöfts zur Wüstung wurde. Lediglich das Ulrichskircherl markiert noch die Lage des historischen Königswiesen. Auch die eine oder andere Grube deutet noch auf die Keller der früheren Bauernhöfe hin.

In historischer Zeit führte die einzige Strasse nach Starnberg über den Ort Königswiesen, der Weg durch das Mühltal war noch nicht befahrbar. Auch die historische Römerstrasse über Kempten nach Bregenz führte durch Königswiesen.

In Mittelalter und Neuzeit ging die Bedeutung des Ortes kontinuerlich zurück.

Die neue Bahnlinie von München nach Starnberg (erbaut 1854) trennte die Höfe von ihren weiter westlich gelegenen Wirtschaftsflächen. Kurz darauf wurde die Siedlung aufgegeben. Die ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen wurden aufgeforstet.

Erst im 20. Jahrhundert übernahm die Siedlung am Hauser Berg den historischen Namen Königswiesen.

Nr. 2 - Keltische Grabhügel bei Obermühltal

Abbildung: Foto eines Hügelgrabs bei Stockdorf
Hügelgrab aus der Latènezeit in Stockdorf, Urheber: Benedikt Köhler, Lizenz: CC-BY-SA-2.0-DE

Ein umfangreiches Gräberfeld aus der späten Bronzezeit (etwa 1300 vor Christus) existierte einst südlich von Königswiesen hoch über dem Mühltal. Circa 60 einzelne Hügelgräber konnten identifiziert werden, ein Hinweis auf die siedlungsgeschichtliche Bedeutung schon zu sehr früher Zeit. Das Mühltal war noch nicht passierbar, hier führte die einzige Verbindung zum Starnberger See und auf das westliche Seeufer vorbei.

Leider sind im 19. Jahrhundert und schon davor sämtliche Hügelgräber geöffnet und/oder ausgeraubt worden. Einige der Grabhügel sind in der Nähe des alten Bahnhofes Mühltal noch deutlich zu sehen.

Nr. 3 - Ortsteil Hausen

Abbildung: ein Foto der Kirche in Hausen
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Die Gemarkung von Hausen bildet eine Rodungsinsel, die schon sehr lang besiedelt wird. Bodenfunde deuten bis auf die Bronzezeit zurück.

Im Gegensatz zu anderen Bereichen in Gautings Flur hat hier die Grobschotterschicht eine bis zu mehrere Meter mächtige Lößauflage, die die landwirtschaftlichen Flächen sehr fruchtbar macht.

Heute ist die Landnutzung neben der Landwirtschaft vor allem durch die Pferdehaltung geprägt.

Im Ort selbst gruppieren sich wenige, meist alte Häuser um einen Dorfteich. Heute hat der Ortsteil knapp 70 Einwohner.

 

Nr. 4 - Ortsteil Oberbrunn

Abbildung: Foto von Oberbrunn
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Von Hausen aus kommt man über einen eiszeitlichen Moränenbuckel nach Oberbrunn. Kiesgruben zeigen gewaltige, durch die Eiszeit herbeitransportierte Schotterschichten, die hier und vor allem in der Unterbrunner Gemarkung ausgebeutet werden.

Oberbrunn ist eine frühmittelalterliche Siedlung. Sie ist bis heute deutlich landwirtschaftlich geprägt. Nach der Eingemeindung nach Gauting 1978 wurde der ländliche Charakter weiterhin bewahrt durch eine strikte Gewährung von Baugenehmigungen nur für Einheimische und deren Nachkommen. Heute zählt der Ortsteil ca. 200 Einwohner.

Durch die vor einigen Jahren fertig gestellte Umfahrung von Unter- und Oberbrunn wurde der kleine Ort weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit und gewann dadurch deutlich an Lebensqualität zurück.

 

Nr. 5 - Ortsteil Unterbrunn

Abbildung: Foto Unterbrunn
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Auch Unterbrunn entstand in der frühmittelalterlichen bajuwarischen Siedlungsphase. Die Gemarkung, wie auch Teile des Ortes selbst sind noch landwirtschaftlich geprägt. Im Altort gibt es sehr attraktive Ansichten alter Bauernhöfe, des Pfarrhauses, der Kirche mit anschließendem Friedhof und der alten Schule.

Auch Unterbrunn wurde 1978 eingemeindet. Trotz einer umfangreichen Siedlung mit Häusern neueren Datums und trotz Zuzug von außen konnte Unterbrunn seinen Charakter bewahren. Das Vereinsleben ist das Rückgrat des Dorfes. Zwar genießt man nicht mehr die administrative Eigenständigkeit, umso stärker wird allerdings die kulturelle Eigenständigkeit gepflegt.
Weithin berühmt ist etwa die Unterbrunner Burschenschaft, vor denen im frühjahr kein Maibaum nah und fern sicher ist.

Zur Naherholung sind der Unterbrunner Weiher mit Kinderspielplatz und 2 Gasthöfe als Einkehrmöglichkeiten auch für viele Gautinger attraktive Ziele. Unterbrunn hat derzeit etwa 800 Einwohner.

Nr. 6 - Pentenried

Brennerei in Pentenried, Urheber: Benedikt Köhler, Lizenz: CC-by-sa 2.0/de

Pentenried ist kein Ortsteil von Gauting, sondern es gehört administrativ zu Krailling. Der Ort ist etwas gesichtslos, ein entwickelter Ortskern ist kaum vorhanden, es handelt sich um eine sehr junge Siedlung. Bis in die Kriegsjahre bestand Pentenried im wesentlichen aus einem größeren landwirtschaftlichen Gut, den zugehörigen Wohnstätten, sowie einer Brennerei.

In den Nachkriegsjahren wurden viele Vertriebene (ca. 600) aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten dort angesiedelt. Typisch für die Bauweise sind Häuser mit kleiner Grundfläche und sehr steilen Dächern, die direkt auf das Erdgeschoß aufgesetzt sind.

Nr. 7 - Römerstrasse

Abbildung: ein Foto der Römerstraße von Gauting aus gesehen in Richtung Gilching
Urheber: Gemeinde Gauting

Westlich von Gauting kreuzt unsere Tour die alte Römerstrasse rechtwinklig. Die Trassenführung dieser Strasse Richtung Gilching ist seit fast 2000 Jahren exakt die Gleiche geblieben. Die alte Römerstrasse verband die wichtigen Garnisonsorte Salzburg und Augsburg.

Der Aufbau der Römerstrasse (als Unterbau ein Fundament aus grobem Geröll und Kies, als Deckschichten feinerer Kies) ist so dauerhaft, dass er heute noch als Unterbau der heutigen Autostrasse dient.

Die Trassenführung ist schnurgerade, ein Hinweis auf die strategischen Gesichtspunkte und die hohe Effizienz beim Bau solcher antiken römischen Infrastruktureinrichtungen.

Die Trasse selbst liegt deutlich sichtbar erkennbar, auf beiden Seiten sind Vertiefungen und Gruben sichtbar – ehemalige Kiesentnahmestellen aus der Römerzeit für den Bau der Strasse. Damals wie heute ist ein Kiesunterbau das Optimum, warum dann nicht das Material aus der direkten Umgebung entnehmen?

Nr. 8 - Ortsteil Stockdorf

Abbildung: ein Foto der alten St. Vituskirche in Stockdorf
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Besiedelt wurde Stockdorf mindestens seit dem 8. Jahrhundert in der bajuwarischen Siedlungsphase.
Heute ist Stockdorf schon nahtlos angeschlossen an das zusammenhängende Siedlungsband von München hinaus ins Würmtal. Erst südlich von Stockdorf gibt es mit dem Grubmühler Feld eine erste große Lücke in diesem Siedlungsband.

Stockdorf ist Standort einer Weltfirma (Automobilzulieferer WEBASTO), daneben aber auch attraktiver Wohnstandort im Würmtal.

Nr. 9 - Forst Kasten

Abbildung: ein Foto der Gastwirtschaft Forst Kasten
Forsthaus Kasten im Forst Kasten, Urheber: Oliver Raupach, Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-2.5

Das große Waldgebiet (800 ha) östlich von Stockdorf war ursprünglich Teil des königlichen Hofjagdgebietes. Die zuvor umfangreichen Eichen- und Buchenwälder wurden leider in den vergangenen 150 Jahren in nicht standortgerechte, fast reine Fichtenwälder umgewandelt. Erst seit etwa 10 Jahren erfolgt ein allmählicher Rückbau.

Seit ca. 1900 gibt es am Forsthaus Brotzeiten und einen Bierausschank, das sich nach und nach zu einem Biergarten entwickelte. Heute ist der Biergarten eines der schönsten und wichtigsten Naherholungsziele nicht nur für die Gautinger.

Nr. 10 - Preysingsäule

Abbildung: ein Foto der Preysingsäule im Forst Kasten
Creative Commons CC-BY-SA-2.5, Urheber: Oliver Raupach, Lizenz:

Die Säule ist ein Obelisk, der 1735 aus Dankbarkeit für die Genesung des Großkanzlers Max Emanuel von Preysing errichtet wurde. Der stürzte bei einer der damals sehr populären Parforcejagden an dieser Stelle vom Pferd und blieb einige Zeit bewußtlos liegen.

Sie besteht aus einem Sockel aus Nagelfluh, einem lokal vorkommenden Sedimentgestein. Der Aufbau besteht aus Marmor.

Nr. 11 - Keltenschanze Buchendorf

Abbildung: eine Luftaufnahme der Keltenschanze in Buchendorf
Urheber: Bayer. Landesamt für Denkmalpflege in: G. Schober, Heimat an der Würm

Etwas oberhalb von Buchendorf findet man eine der am besten erhaltenen Keltenschanzen Süddeutschlands. Sie stammt aus den beiden letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt. Diese Bauwerke hatten kultische Bedeutung. Neben einer hölzernen Tempelanlage (von der heute nichts mehr erhalten ist) befanden sich Opferstätten von Tieren darin. Die großräumige Wallanlage war zusätzlich außerhalb umgeben von einem Graben.

Vermutlich gab es eine Verbindung zu den diversen Gräberfeldern aus keltischen Hügelgräbern in der Umgebung. Der zugehörige Siedlungsbereich war vermutlich in der Gautinger Flur zu suchen (möglicherweise im heutigen Ortsgebiet von Gauting östlich der Würm).

Nr. 12 - Buchendorf

Abbildung: ein Foto der Mariensäule in Buchendorf
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Auf einer Rodungsinsel, die heute noch auf einer Landkarte gut sichtbar ist, entstand schon im 10. Jahrhundert das Dorf.
Mehr als in den anderen Ortsteilen ist hier die Verbindung in vergangene Jahrhunderte spürbar:

  • direkt nördlich des Dorfes führte die alte Via Julia, die Verbindung zwischen den römischen Garnisonen in Salzburg und Augsburg vorbei,
  • noch älter ist die Keltenschanze, die zu den besterhaltenen in Süddeutschland gehört,
  • die Kirche St. Michael hat trotz Barockisierung noch deutliche romanische Ursprünge, vermutlich gab es sogar an selber Stelle einen frühmittelalterlichen Vorgängerbau aus Holz.

Spektakulär ist auch der heute bewohnte Wasserturm.

Buchendorf war lang deutlich landwirtschaftlich geprägt, inzwischen ist es auch ein sehr attraktiver Ortsteil zum Wohnen.

Nr. 13 - Reismühle

Abbildung: ein Foto der Reismühle in Gauting
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Ihre Existenz ist ab dem Mittelalter verbürgt, die Legende als Geburtsort Karls der Grossen ist Unsinn. Die Reismühle ist ein Beispiel für die früher weit verbreitete Mühlennutzung an der Würm. Diese Mühle wurde bis vor 15 Jahren noch als Getreidemühle genutzt.

Heute dient sie als Standort für ein Sportstudio, eine Bootsbauwerkstatt, zahlreiche Studios und Ateliers für Künstler, usw.

Nr. 14 - Würm

Abbildung: ein Foto des Stauwehrs an der Würm im Süden der Gemeinde
Urheber: Stefan Schuhbauer von Jena

Die Würm ist der namengebende Fluß für die Tallandschaft zwischen Starnberger See und der Stadtgrenze München. Die Würm ist das einzige nennenswerte Fließgewässer zwischen Amper und Isar. Sie wird gespeist aus dem Starnberger See. Dieser wirkt wie ein riesiges Wasserrückhaltebecken: die Würm führt daher eine sehr gleichmäßige Wassermenge (5-8 m³ /sec).

Das hat 2 wichtige Auswirkungen:
1. Die Stetigkeit des Wasserabflusses bedeutet Hochwasserfreiheit. Das wiederum ließ eine Bebauung bis unmittelbar in die Flußaue zu.
2. Die Stetigkeit der Wassermenge machte die Würm zu einem idealen Fluß für die Wasserkraftnutzung: Seine Energie wurde schon früher durch eine Vielzahl von Mühlen genutzt, von der Pulvermühle, über mehrere Getreidemühlen, Holzsägen und sonstige Anlagen zur Energiegewinnung.

Aus energetischer Sicht ist das ideal, aus Naturschutzsicht ist das eine Katastrophe: kaum ein Fluß in Deutschland war derart in einzelne Abschnitte zerstückelt. Für die Fischfauna sind Wanderungen fast unmöglich. Erst in den letzten Jahren wurden einige Wehre durch seitliche Fischpassagen durchlässig.

Heute hat die Würm stellenweise einen sehr naturnahen Charakter, die Wasserqualität ist dank der Hightec-Käranlage in Starnberg sehr gut. Die Wanderwege und Radwege haben hohe Attraktivität.

Gemeinde Gauting
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