Gauting feiert 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Patchway in England

Zur Feier der Partnerschaft mit Patchway, die vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde, machte sich Mitte Juni die offizielle Gautinger Delegation auf den Weg nach England.

Begleitet wurde die Erste Bürgermeisterin Brigitte Kössinger dabei von Vertretern des Deutsch-Französisch-Englischen Partnerschaftsvereins DFEV, von einigen Mitarbeitern der Verwaltung sowie von Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters.

Die insgesamt 19-köpfige Delegation wurde am 15. Juni abends im Community Centre der Partnerstadt wärmstens von den offiziellen Vertretern empfangen. Endlich konnten sich alte Bekannte aber auch neue Freunde der Partnerschaft wiedersehen und kennen lernen. Aufgrund der Reisebeschränkungen durch Corona lag der letzte offizielle Besuch in der Partnergemeinde im Jahr 2017 zum 15-jährigen Jubiläum nun schon 5 Jahre zurück.

Das Programm, das der Town Council, die Verwaltung und der englische Partnerschaftsverein vorbereitet hatten, ließ keine Wünsche offen. Groß war die Freude auch, als die Freunde aus der gemeinsamen französischen Partnerstadt Clermont l’Hérault, die am Vorabend erst spät in Bristol eingetroffen waren, zu uns stießen.

Bei schönstem Wetter ging es für Gäste und Gastgeber am Donnerstag in den Süden in das malerische Lyme Regis an der Jurassic Coast, die ihren Namen den Funden versteinerter Fossilien aus der Entstehungszeit unserer Erde verdankt.

Nach einem Spaziergang durch den Ort und an den Strand konnte man im „Boat Inn“ zum Lunch ganz klassisch Fish & Chips essen, bevor es dann weiter ging zum Charmouth Beach. Dort konnten Reiseteilnehmer im Charmouth Heritage Coast Centre eine umfangreiche und interessant gestaltete Ausstellung zur Geschichte der Fossilienfunde an der Jurassic Coast besuchen, bevor es wieder nach Patchway zurück ging.

Der Freitag stand ganz unter dem Motto der Entwicklung im Neubauviertel Charlton Hayes in Patchway. Auf dem Programm standen die Besichtigung der neuen, modern gestalteten Gemeindebibliothek sowie ein Besuch jüngsten Schule, der Charlton Wood Primary School. Schuldirektor Neil Lankaster führte die Delegation voller Stolz durch seine architektonisch äußerst ansprechend und anspruchsvoll gestaltete Schule.

Aufgrund der großen Hitze an diesem Tag wurde das Besichtigungsprogramm allerdings etwas verkürzt und nach einer Einführung in die städtebaulichen Planung des neuen Quartiers durch Vertreter der Residents Association of Charlton Hayes/ReACH und einem Spaziergang bis zur neu geschaffenen Gauting Road endete die Führung im Ortszentrum The Fair, wo gerade ein Gemeindetag stattfand. Hier präsentierten sich die öffentlichen Einrichtungen und Vereine aus Patchway.

Nach dem Mittagessen im Community Centre präsentierten Vertreter des französischen Energieversorgers EDF (Élecricité de France) ihre Planung eines neuen Nuklear-Kraftwerks in der Region, das dort als Projekt zur Gewinnung von Green Energy gesehen wird. Bevor die Delegation am Abend ein leckeres Buffet im Coniston Cafe serviert bekam, ging es noch auf’s Land nach Winterbourne zu einem Besuch der kleinen Three Engineers Brewery, wo die dort gebrauten Biersorten bei Sonnenuntergang verkostet werden durften.

Der Samstag war einem Besuch der wenige Kilometer südlich gelegenen Universitäts und Technologie-Metropole Bristol gewidmet. Eine zweistündige Stadtführung, von der Fremdenführerin empathisch und unterhaltsam gestaltet, führte von der Kathedrale über das moderne Stadtzentrum und einen klassischen „Banksy“ bis zu den überdachten Markthallen des St. Nicholas Market aus georgianischer Zeit.

Der Nachmittag „zur freien Verfügung“ ging leider im Regen unter. Festzustellen bleibt jedoch, dass Bristol sowohl mit seiner jahrhundertealten Geschichte einerseits und mit seiner jugendlichen Dynamik andererseits immer einen Besuch wert ist.

Am Samstagabend stand das abschließende Civic Dinner auf dem Programm, also der Festakt und das Festessen zur Feier unserer 20-jährigen Städtepartnerschaft, bevor es am Sonntag schon wieder nach Hause gehen musste.

Bei einem hervorragenden mehrgängigen Menu im Ship Inn in Alveston versicherten sich die Bürgermeister und die Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine ihrer gegenseitigen Solidarität und Freundschaft, die auch in Zukunft dem Brexit und allen anderen Widrigkeiten zum Trotz gepflegt und intensiviert werden soll.

In all den gemeinsamen Tagen war die Freude über das Wiedersehen nach so langer Zeit deutlich zu spüren und groß war die Freude vor allem über die neuen und jüngeren Aktiven in den Partnerstädten. Sowohl in Clermont als auch in Gauting findet aktuell eine zukunftsweisende Verjüngung der Teilnehmer statt und es war eine große Freude die beiden jüngsten Teilnehmerinnen der Delegation, Josefine und Emma zu erleben, die sich mit Interesse und guten Sprachkenntnissen einbrachten.

Und nun freuen wir uns auf den Gegenbesuch der englischen und französischen Freunde vom 27.-30. Oktober in Gauting.

Es lebe die Partnerschaft, long live our twinnings, vive le jumelage !

Sie möchten sich im Herbst an der Partnerschaftsfeier zu 20 Jahren Gauting & Patchway beteiligen und beispielsweise Gäste aufnehmen?

Kontakt:

Wilhelm Rodrian
Partnerschaftsbeauftragter
wilhelm.rodrian@gauting.de
089-89337-135

 

 

 

 

 

Betriebspraktikum der Realschule Gauting in Patchway

vom 24. - 29. Juni 2013

Auch dieses Jahr konnten vier Mädchen und zwei Jungs aus den 9. Klassen zu ihrem „normalen“ Betriebspraktikum zusätzlich ein Praktikum an drei englischen Grundschulen absolvieren. An der St Chad’s Primary School konnten unsere Schüler an einer „assembly“ (Versammlung) teilnehmen, bei der ein Motivationstrainer Geschichten über die Simpsonfigur NED erzählte. Dabei vermittelte er den Schülern in äußerst mitreißender Weise, dass der Buchstabe „N“ für „Never give up“ (Gib niemals auf), der Buchstabe „E“ für „Encourage others“ (Ermutige andere) und der Buchstabe „D“ für „Do your very best“ (Gib dein Bestes) steht.

Wohnen durften unsere Schüler  jeweils in Zweier-Gruppen bei Gastfamilien, die sich freundlicherweise bereit erklärt hatten, unserem deutschen Trupp (samt Frau Scipio und Sebastian v. Farkas) Obdach und Verpflegung zu gewähren. So kamen wir direkt in den Genuss, die englische Küche, Gewohnheiten, Sprache und überhaupt die englische Gastfreundschaft zu erfahren.

Doch wir waren nicht gekommen, um auf der faulen Haut zu liegen: Morgens um 9 Uhr begann jeweils die Schule, die bis 15.30 Uhr dauerte. Schnell wurden wir Deutschen von den englischen Lehrkräften und vor allem von den Schülern ins Herz geschlossen, sodass beim Abschied sogar die eine oder andere Träne floss. Am vorletzten Tag besuchten wir noch das Patchway Community College (eine Gesamtschule).

Vor der Abreise, die für uns alle eher zu früh als zu spät anstand, durfte natürlich ein Besuch Londons nicht fehlen. Mittels „Hop-on Hop-off bus tour“ konnten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb kürzester Zeit bewundern und Nico konnte diese für den von der Realschule Gauting erstellten Londonreiseführer fotografieren. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Nico. Es blieb sogar noch Zeit für eine mini „shopping tour“ und Verköstigung im „Covent Garden“.

Neben vielen bleibenden Eindrücken nehmen unsere Schüler laut eigener Angabe vor allem eine erhöhte Sprachsicherheit im mündlichen Englischen mit nach Hause. Alle würden gerne ein weiteres Mal nach England fahren.
Inwiefern der Aufenthalt der Förderung der interkulturellen Kompetenz diente, wird sich nach der genauen, wissenschaftlichen Auswertung der Fragenkataloge zeigen, die die Schüler vor, während, unmittelbar und einige Zeit nach der Reise ausfüllten.
Herr von Farkas wird im Rahmen seiner Hausarbeit die Auswirkungen des Praktikums in England bezüglich der Förderung der interkulturellen Kompetenz wissenschaftlich belegen.

Berufspraktikum in Patchway mit 6 Gautinger Realschülern

vom 23. – 29. Juni 2012

Bereits im 10. Jahr wurden Gautinger Realschüler aus den 9. Klassen von Familien in Patchway eingeladen, um ein Berufspraktikum zu absolvieren. Inzwischen hat es sich als ideal herausgestellt, dass das Praktikum in den örtlichen „Primary Schools“ abgeleistet wird, wo unsere Schüler als „assistant teachers“ die Lehrer ein bisschen bei ihrer Arbeit unterstützen dürfen.

Alle fünf Schulen haben sich dieses Jahr bereit erklärt, einen oder zwei unserer Schüler aufzunehmen. Dies haben wir vor allem Richard Clark zu verdanken, der sich unermüdlich dafür einsetzt, den Kontakt zwischen Patchway und Gauting mit Leben zu erfüllen.

Als besonderes Schmankerl, und hier danken wir ganz besonders Lucy Hamid, die das alles für uns organisiert hat, durften wir dieses Jahr auch einen Vormittag am Patchway Community College verbringen, wo sich gleichaltrige „Schulpaten“ um uns kümmerten, uns in ihre Unterrichtstunden mitnahmen und anschließend mit uns in der Schulkantine gemeinsam zu Mittag aßen.
Ein weiteres Highlight, vor allem für die Buben, war eine Betriebsbesichtigung bei Airbus, das in Patchway ein Werk zur Herstellung der Benzintanks in den Flugzeugen unterhält. Besonders beeindruckt waren wir alle von einer „echten“ Concorde, die auf einem Rollfeld abgestellt ist, leider aber nicht mehr betreten werden darf.

Mit Blumensträußen, die wir beim Abschiedsessen am letzten Abend unseren Gastfamilien und den beiden Organisatoren überreichten, konnten wir hoffentlich ein bisschen unseren Dank für die wunderbare Woche ausdrücken.

Dass die Fahrt so geplant war, dass wir sowohl am Ankunfts- als auch am Abfahrtstag noch ein paar Stunden in London Zeit zum Sightseeing und zum Shoppen hatten, war natürlich das I-Tüpferl unserer Reise.

(Text: Barbara Fürstenberger)